Spezialfälle beim Verlegen

Spezialfall: Fussbodenheizung

1. Aufbau eines Bodens mit Fußbodenheizung

Um das Verlegen von Klickvinyl über einer Fußbodenheizung nachvollziehen zu können, sind Kenntnisse über den Aufbau des Gesamtbodens hilfreich. Unter der Fußbodenheizung existiert eine Isolierschicht aus Styropor. Dadurch wird die Wärme nicht nach unten, sondern nach oben abgegeben. Sie geht somit den Weg des geringsten Widerstands. Die Fußbodenheizung selbst besteht aus Röhrchen, durch die das Wasser fließt. Die darin entwickelte Wärme strahlt in den Estrich hinein, der die darüber liegende Schicht bildet. Man kann sich das so vorstellen, dass die Wärme von jedem Röhrchen wie in einem weiter werdenden Trichter nach oben hin abstrahlt.

2. Temperaturverhalten im Estrich

Im Herbst, wenn die Fußbodenheizung zum ersten Mal angestellt wird, dauert es ungefähr 12 Stunden, bis die Wärme an der Fußbodenoberfläche angekommen ist. Diese bleibt auch über den gesamten Winter im Estrich bestehen. Wenn die Heizung nachts abgeschaltet wird, lässt die Zirkulation des Wassers zwar nach, die Temperatur im Estrich sinkt jedoch kaum. Der Estrich nimmt nicht dieselbe tiefe Temperatur wie bei abgeschalteter Fußbodenheizung außerhalb der Heizsaison an.

3. Vinylboden und Fußbodenheizung

Was man wissen muss: Vinylboden verändert sich durch Temperatur in seinem Dehn- und Schrumpfverhalten. Trotzdem kann ihn ruhigen Gewissens über einer Fußbodenheizung legen. Voraussetzung für die Garantie von Seiten des Herstellers ist es, dass die Temperatur nicht über 26-28 Grad an der Oberfläche beträgt. Wie soll man das nun als „Laie“ messen? Gerade bei Neubauten, die in der Regel eine Niedertemperaturheizung mit Wärmepumpe und Solarheizung auf dem Dach haben, geht die Temperatur gar nicht höher. Bei einer gelegten Flächenheizung werden die Röhren so dicht gelegt, dass die Temperatur im einzelnen Röhrchen recht gering ist.

4. Verlegen des Bodens

Trotzdem soll mit einem Vinylboden ja genügend Wärme oben ankommen. Dafür ist es wichtig, dass man zuerst einmal eine für Fußbodenheizungen geeignete Trittschalldämmung einsetzt, die für die Wärme freigegeben ist. Styropor, Kork oder Schaum sind völlig ungeeignet, solch eine Trittschalldämmung zu ersetzen. Eine geeignete enthält Quarzsand, die die Wärme speichert und nach oben abgibt. Solch eine Trittschalldämmung hat eine Folie an der Oberfläche, die so nicht zusätzlich verlegt werden muss. Darüber kommt dann der Klickvinylboden. Wieder ganz wichtig: Auch dieser Boden sollte vom Hersteller für Fußbodenheizungen freigegeben sein. Im Zweifelsfall lieber einmal mehr beim Verkäufer nachfragen, denn nur so bekommt man die entsprechende Garantie.

Spezialfall: Sanierung auf altem Boden

1. Auf Linoleum verlegen

Gerade im Altbau findet man oft einen oder mehrere alte Böden übereinander, die z. B. in einer Küche verlegt wurden. Da kann man sich entscheiden, diese Auslegeware drin zu lassen und darüber den Vinylboden zu verlegen. Würde man z. B. verklebten Linoleumboden herausreißen wollen, würde das oft zu viel Arbeit bedeuten. Auch besteht die Gefahr, dass man Dielen des darunterliegenden Holzbodens mit herausreißt.

Wichtig ist es in so einem Fall, dass die Vorbereitungsarbeiten umso sorgfältiger ausgeführt werden. Umso leichter lässt sich dann der neue Boden verlegen.

Natürlich denkt man z. B. bei der Küche zuerst daran, Fließen zu legen. Das setzt jedoch sehr glatte Oberflächen voraus. Hat man einen alten Holzboden darunter liegen, ist das zudem keine so einfache Sache. Den speziellen Aufbau solch eines Fliesenbodens sollte unbedingt ein Spezialist machen.

2. Prüfung des Untergrunds

Auch für einen Vinylboden ist der Untergrund genau zu prüfen. Dazu verwendet man am besten einen Richtscheit. Dieser sollte mindestens eine Länge von 2 m aufweisen. Legt man das Richtscheit auf den Boden auf, sollte innerhalb einer Länge von 1 m keine Unebenheit – ob Delle oder Buckel – über 3 mm sichtbar werden. Mit dem Richtscheit prüft man diagonal und quer alle Längen im Raum, indem man unter dem Scheid nach eventuellen Unebenheiten ausschaut hält.

Das ist ganz wichtig, damit der Boden später vollständig aufliegt und sich nicht bewegt. Beim Begehen darf der Boden nicht nachgeben. Das ist auch auf dem alten Boden schon zu testen. Bewegen sich die unterliegenden Dielen, ist etwas locker. Es sollte mit einer Schraube nachgezogen werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass beim neuen Klickvinyl die Klickverbindungen in der Laufzone ausleiern und sich die Fugen öffnen.

Ist der Vinylboden überprüft, wird er noch einmal gereinigt und von Staub befreit. Anschließend wird die Trittschalldämmung ausgerollt. Auf Linoleumboden kommt die glatte Seite nach unten und die raue nach oben. Bei Laminat z. B. ist die Dämmung genau anders herum.

3. Fußbodenleisten

Beim Entfernen der alten Fußbodenleisten können an der Wand Unebenheiten überbleiben. Die sind am besten mit dem Schaber oder Stemmeisen zu entfernen, damit man auch im Bereich der Fußleisten glatte Oberflächen bekommt.

Video ab Minute 5:18 zum Thema „Türzarge“

Spezialfälle: Türzarge und Heizungsrohr

1. Türzarge

Bei den Türzargen wird der Klickvinylboden nicht um die Zarge herum verlegt. Er wird vorzugsweise unter die Zarge platziert. Das wird möglich, wenn man die Türzarge etwas kürzt. Dazu verwendet man einen Multi Master, mit dem ein kleines Holzstück in Höhe des zukünftigen Bodens aus der Zarge entfernt wird.

2. Heizungsrohr

Im Durchschnitt 10 mm größer als das Rohr sollte eine Aussparung im Klickvinyl gefertigt werden. Dazu wird die betreffende Stelle markiert und ausgebohrt. In einem Winkel von 45 Grad wird ein Stück zum Loch hin ausgesägt. Nun wird die Diele an das Heizungsrohr angepasst. Nach Einsatz der Diele wird das ausgesägte Stück wieder angeleimt.